In der Debatte über den CDU-Vorsitz pocht der Bewerber Norbert Röttgen auf eine rasche Klärung. „Es sollte einen Sonderparteitag deutlich vor der Sommerpause geben, spätestens im Juni, besser noch im Mai“, sagte der Außenpolitiker und frühere Bundesumweltminister der „Rheinischen Post“. Zugleich bekräftigte er seine Forderung nach einem Mitgliederentscheid. Röttgen betonte zugleich: „Es kann den Vorsitz nicht ohne den Anspruch auf die Kanzlerkandidatur geben.“
Bayerns AfD hat die Mitglieder der in CDU und CSU inoffiziell aktiven „Werteunion“ zum Übertritt aufgefordert. Wenn die Unions-Führung konservative Kritiker „mundtot machen und ausgrenzen will, dann sind uns die bundesweit 4000 Mitglieder sehr willkommen“, sagte die Landesvorsitzende Corinna Miazga.
Der Zeitpunkt für eine mögliche Neuwahl bleibt Hauptstreitpunkt im Ringen um eine Lösung für die Thüringer Regierungskrise. Thüringens Grünen-Fraktionschef Dirk Adams sprach sich für eine Auflösung des Landtages noch in diesem Jahr aus, sobald ein Haushalt für 2021 beschlossen sei. Zuletzt wurden von Linke, SPD, Grünen und CDU Varianten besprochen, die von einem Termin vor der Sommerpause bis zu einer Neuwahl erst 2021 oder 2022 reichten.
Die CDU ist kurz vor den Wahlen in Hamburg am Sonntag offenbar abgesackt. In einer Studie der Universität Hamburg errang die Union nur noch 12 Prozent. Vorne liegen SPD (34) und Grüne (32), FDP (6), Linke (7) und AfD (5 Prozent) müssten um den Einzug bangen.
In der Russland-Affäre ist der frühere Berater von US-Präsident Donald Trump, Roger Stone, zu knapp dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Eine Richterin in der Hauptstadt Washington verhängte gestern eine 40-monatige Haftstrafe wegen Falschaussage vor dem US-Kongress und Zeugenbeeinflussung. Zuletzt hatte sich Trump wiederholt öffentlich für seinen früheren Politikberater stark gemacht und damit scharfe Kritik auf sich gezogen. Stone war schuldig befunden worden, Untersuchungen zur Einmischung Russlands in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 behindert zu haben.