Washington – Er geht – und bleibt trotzdem. Der nicht unumstrittene US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, wird geschäftsführender Geheimdienstkoordinator von US-Präsident Donald Trump, behält aber nebenbei seinen Einsatzort Deutschland. Offenbar ist der Einsatz in Washington auf einige Monate befristet.
Der Botschafter gilt als Vertrauter des US-Präsidenten und hat immer wieder deutliche Kritik an der Politik der Bundesregierung geübt, vor allem bei den Themen Verteidigungsausgaben, Atomabkommen mit dem Iran, Nord Stream 2 und der möglichen Beteiligung des chinesischen Unternehmens Huawei an einem deutschen 5G-Netz. An seiner Politik werde seine Berufung nach Washington nichts ändern, hieß es aus der US-Botschaft.
„Rick hat unser Land äußerst gut repräsentiert, und ich freue mich darauf, mit ihm zu arbeiten“, schrieb Trump auf Twitter. Der Direktor der Nachrichtendienste (DNI) hat die Aufgabe, die 17 verschiedenen US-Geheimdienste zu koordinieren. Grenell folgt in der Position auf Joseph Maguire, der wiederum im vergangenen August Dan Coats abgelöst hatte. Maguire hat den Posten ebenfalls nur geschäftsführend inne, das heißt, er war für die Aufgabe nicht vom Senat bestätigt worden. Deswegen konnte er der „New York Times“ zufolge nur noch bis 12. März im Amt bleiben. Wegen seiner immer wieder öffentlich demonstrierten Loyalität zu Trump ist Grenell in Washington nicht unumstritten. Ob er vom Senat permanent für das Amt des Geheimdienstkoordinators bestätigt werden könnte, ist daher trotz der knappen republikanischen Mehrheit in der Parlamentskammer unsicher. mm/dpa