Berlin – Der neue CDU-Vorsitzende muss sich nach der Entscheidung auf dem Sonderparteitag Ende April wenige Monate später erneut zur Wahl stellen – auf dem turnusgemäßen Parteitag Anfang Dezember. Das wurde am Montagabend nach Beratungen der drei Bewerber Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen mit der aktuellen Parteispitze in Berlin bekannt. Die Kandidaten sollen sich bis zum Sonderparteitag in mehreren Formaten den Fragen von Parteimitgliedern stellen. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte Mitte Februar ihren Verzicht auf Kanzlerkandidatur und Parteivorsitz angekündigt.
Wie ein CDU-Sprecher mitteilte, soll der künftige Parteichef auf dem Sonderparteitag am 25. April in einer „Nachwahl“ bestimmt werden. Sollte es zu weiteren Wahlen im Vorstand kommen, handele es sich auch dabei um Nachwahlen. Alle Mitglieder von Vorstand und Präsidium der CDU sollen sich dann turnusgemäß auf dem Parteitag in Stuttgart (3. bis 5. Dezember 2020) erneut zur Wahl stellen.
Sollte Laschet gewählt werden, wollen er und sein Landesverband Gesundheitsminister Jens Spahn als stellvertretenden Parteivorsitzenden vorschlagen. Diesen Posten hat bisher Laschet inne, Spahn ist Präsidiumsmitglied. Dann müsste wiederum Spahns Präsidiumsplatz nachbesetzt werden. Laschet und Spahn treten als Tandem auf, nachdem Spahn auf eine Kandidatur für den Vorsitz verzichtet hat.
Zur Vorstellung der drei aussichtsreichsten Bewerber sind Formate wie ein „CDU live“-Talk mit den Kandidaten und zwei zentrale „digitale Townhalls“ mit allen drei Kandidaten geplant. Zudem soll es „Kandidaten-Fragebögen“ geben, bei denen Mitglieder ihre Fragen schriftlich an die Kandidaten stellen könnten. Gemeinsamen Auftritte vor Landesverbänden seien nicht geplant, ebensowenig Regionalkonferenzen, wie es sie bei der Wahl der Parteispitze 2018 gegeben hatte. Kramp-Karrenbauer sprach von „sehr guten und konstruktiven“ Gesprächen. „Es ging vor allem um die Frage, wie wir diesen demokratischen Wettbewerb so organisieren, dass die CDU als Volkspartei weiterhin Deutschlands Zukunft gestalten kann. In Einvernehmen mit den Kandidaten haben wir nun gute Regeln für einen fairen Wettbewerb gefunden.“
Als erste Bundesvereinigung der CDU wagte sich der Wirtschaftsflügel aus der Deckung: Das Präsidium der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) nominierte Ex-Unionsfraktionschef Merz als Kandidaten. Merz sei „genau der Richtige“, um die dringend notwendige Neuausrichtung in der CDU voranzutreiben, hieß es.