Marx: Die Kirche ist im Umbruch

von Redaktion

Bischofskonferenz wählt heute einen neuen Vorsitzenden

Mainz – Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sieht die katholische Kirche und das Christentum in einer Umbruchsituation. Man lebe in Zeiten, „wo sich manches zuspitzt“ und wo sich manches entscheide, sagte Marx gestern in Mainz. Er wolle diesen Prozess auch nach seinem Abschied aus dem Amt des Bischofskonferenz-Vorsitzenden weiter verfolgen und begleiten, fügte der Erzbischof von München und Freising hinzu. Über seine nun zu Ende gehende Amtszeit sagte er: „Das waren sechs spannende und anstrengende Jahre.“

Die Bischöfe begannen gestern in Mainz mit ihrer Vollversammlung. Dort wählen sie heute auch einen neuen Vorsitzenden. Das Treffen der Bischöfe dauert bis Donnerstag. Zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung haben Reformgruppen Änderungen in der katholischen Kirche gefordert. „Es geht um viel“, sagte der Sprecher von „Wir sind Kirche“, Christian Weisner, gestern. „Wir wollen, dass diese Kirche sich verändert“, so Andrea Kerber von Maria 2.0. Angelika Fromm von der Gruppe Lila Stola prangerte mit Blick auf das Verhältnis von Männern und Frauen eine „Geschlechter-Apartheid“ in der Kirche an. Vertreterinnen der beiden großen katholischen Frauenverbände kfd und KDFB sprachen sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Macht und Ämtern in der Kirche aus.

Mit Blick auf den von Bischöfen und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) initiierten Synodalen Weg zur Zukunft kirchlichen Lebens fügten sie hinzu, dass sie auf einen Dialog mit Augenhöhe setzten. Am Ende sei zu hoffen, dass sich Argumente durchsetzten und keine „Basta-Politik aus dem Vatikan“.

Betroffene von Missbrauch erneuerten ihre Kritik an der Deutschen Bischofskonferenz. Notwendig seien angemessene Entschädigungen und keine Anerkennungszahlungen auf dem „kleinsten gemeinsamen Nenner“.  kna

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