Netanjahu sieht Mehrheit für Regierung

von Redaktion

Jerusalem – Spät in der Nacht zum Dienstag trat Benjamin Netanjahu vor seine Anhänger und ließ sich minutenlang als Wahlsieger bejubeln. Seine Likud-Partei wurde stärkste Kraft. Auf eine Regierungsmehrheit für den amtierenden Premierminister Israels deuteten die Hochrechnungen aber auch nach der dritten Parlamentswahl binnen eines Jahres nicht hin.

Als am Dienstag 90 Prozent der Stimmen ausgezählt waren, schienen die Prognosen bestätigt. Likud kommt auf 36 Mandate in der Knesset, der rechts-religiöse Block auf 59. Das Bündnis Blau-Weiß von Herausforderer Benny Gantz, beim Wahlgang im September noch stärkste Kraft, erhält 32 Sitze. Das gesamte Mitte-links-Lager kommt auf 54 Sitze. Damit hat wieder kein Lager die nötige Mehrheit von 61 der 120 Sitze. Dennoch sagte Netanjahus Berater Jonathan Urich, es sei eine Frage von Tagen, „bis wir eine Regierung haben“.

Der ultrarechte Avigdor Lieberman lehnt eine Zusammenarbeit mit Netanjahu ab. Spekuliert wird über eine Koalition Netanjahus mit Gantz, obwohl der dies bislang wegen der Korruptionsanklage gegen Netanjahu ablehnt. Strittig ist, ob Netanjahu als Angeklagter überhaupt eine neue Regierung bilden darf.

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