PRESSESTIMMEN
„Solange der Krieg in Syrien andauert, hat der türkische Präsident im Tauziehen mit der EU die besseren Karten in der Hand. Außerdem tragen die EU-Länder selbst eine große Verantwortung für die Situation. Sie hatten fast fünf Jahre Zeit, andere Lösungen zu finden, als Millionen von Flüchtlingen in türkischen Lagern anzusammeln. Die EU braucht vor allem eine vernünftige Asylpolitik sowie die Bereitschaft, sich die Arbeit mit der Integration derer, die durchkommen, zu teilen.“
„Mit dem Türkei-Deal hat sich die EU in die Hand eines Erpressers begeben, wofür sie nun die Quittung erhält. Es wird ihr nichts anderes übrig bleiben, als jenen Forderungen Erdogans nachzugeben, die berechtigt sind, im Wissen, dass ein erfolgreicher Erpresser stets versucht sein wird, später mehr zu verlangen.“
„Europa tut gut daran, weithin sichtbar zu demonstrieren, dass es seine Grenzen selbst bewachen kann und sich nicht erpressen lässt. Doch es wäre schäbig, wenn der reiche Kontinent die Augen verschlösse vor dem Elend in seiner Nachbarschaft. Es bleibt ein Gebot der Humanität, Menschen in Not zu helfen, zumindest aus der Ferne. (…) Das Land am Bosporus ist längst am Ende seiner Kapazität angelangt.“