Der frühere V-Mann der nordrhein-westfälischen Polizei im Fall Anis Amri erhebt laut „Spiegel“ schwere Vorwürfe gegen die Sicherheitsbehörden. Das Attentat Amris im Dezember 2016 am Berliner Breitscheidplatz wäre zu verhindern gewesen, sagte der als „VP01“ bekannt gewordene Informant dem Magazin. „Wir hätten ihn stoppen können, aber wir haben es nicht gemacht.“ Er habe vielfach vor Amri gewarnt, die Warnungen seien aber erfolglos geblieben, sagte der Informant „VP01“. Er war unter dem Decknamen Murat Cem in eine Islamistenzelle um den Hassprediger Abu Walaa eingeschleust worden und während der Ermittlungen im November 2015 auch auf Amri getroffen.
Linken-Chefin Katja Kipping hat die Aktuelle Stunde im Bundestag wegen Äußerungen aus den Reihen ihrer Partei über eine Erschießung Reicher für klare Worte zu Mauertoten und Stasi-Bespitzelung genutzt. „Ich bitte im Namen der Linken alle, die unter der Mauer gelitten haben, erneut um Entschuldigung“, sagte Kipping. Ihre Partei sehe das als „eine historische Bürde“.
Nach dem Eklat um Äußerungen bei einem Linken-Strategietreffen („Reiche erschießen“) kritisiert SPD-Vize Kevin Kühnert den Linken-Parteichef Bernd Riexinger. Von politischem Spitzenpersonal sei ein klarer Wertekompass zu erwarten, der gegen eine solche Wortwahl sofort einschreite, sagte Kühnert der „Augsburger Allgemeinen“. „Wir können nicht beklagen, dass das gesellschaftliche Klima verroht, dass aus Worten Taten werden und dann so etwas tolerieren.“
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat als Abgeordneter dem AfD-Kandidaten für das Vizepräsidentenamt im Landtag in Erfurt überraschend seine Stimme gegeben. Ramelow erklärte, er wollte auch mit seiner Stimme den Weg frei machen „für die parlamentarische Teilhabe, die jeder Fraktion zugebilligt werden muss“.
US-Präsident Donald Trump hält eine Machtübernahme der Taliban in Afghanistan nach dem Rückzug der US-Truppen für möglich. „Es ist nicht geplant, dass es so kommt. Aber es wird womöglich so kommen“, erklärte Trump.