„Schmähvideo“ macht AfD Ärger

von Redaktion

Angriff auf Listenkandidaten: Stecken Parteifreunde dahinter?

München – Für die AfD bleibt der Kommunalwahlkampf in Bayern turbulent. Zum Ärger mit mehreren Kandidaten in Städten wie Augsburg, Würzburg oder Straubing (wir berichteten) kommt nun ein Video, das im Internet kursiert. Die Urheber raten darin zwar zur Wahl der AfD, greifen aber die Münchner Stadtratsliste der Partei hart an.

Im Fokus steht der Münchner Landtagsabgeordnete Uli Henkel. Er habe die Liste im Hinterzimmer „nach seinem Gusto“ – mit Freunden und Mitarbeitern – besetzt, heißt es. Sie spiegele nicht die „Qualität der Münchner AfD wider“. Es folgt die Empfehlung, bei der Wahl am Sonntag die ersten vier Kandidaten zu streichen und hintere Plätze nach vorne zu wählen.

Wer genau hinter dem Video steckt, ist unklar. Henkel glaubte zunächst an ein „Störfeuer von außen“, das bei potenziellen Wählern Unruhe stiften solle. Im Video ist aber von einer „großen Anzahl“ Münchner AfD-Mitglieder die Rede; auch Bayerns Parteichefin Corinna Miazga geht von einem „internen Schmähvideo“ aus. „Das ist parteischädigend, das geht nicht“, sagte sie unserer Zeitung. Man sei dabei, das Video von Youtube löschen zu lassen.

Henkel bestätigt zwar, dass zwei seiner Mitarbeiter auf vorderen Listenplätzen stehen. In die Aufstellung habe er aber nicht eingegriffen, die Behauptungen im Video seien „primitiv und lächerlich“. Er gilt als vergleichsweise gemäßigter AfDler. Schon 2019 wurde er in einem anonymen Video direkt angegriffen. Damals vermutete man parteiintern, der Parlamentarischen Fraktionsgeschäftsführer Christoph Maier stecke hinter dem Video. Bestätigt wurde das nie. MARCUS MÄCKLER

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