„China führt Desinformationskrieg“

von Redaktion

EVP-Chef Tusk wirft China und Russland Falschinformationen vor

München – Der Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), Donald Tusk, hat China und Russland vorgeworfen, in der Corona-Krise mit Falschinformationen zu arbeiten. Beide Staaten hätten „einen Desinformationskrieg mit dem Westen gestartet“, schrieb Tusk am Freitag bei Twitter. „Lasst uns in Zeiten einer echten Seuche immun gegen das Lügenvirus sein.“

Tatsächlich verbreitet sich vor allem in Chinas sozialen Netzwerken die Theorie, der Ursprung des Coronavirus liege nicht dort, sondern in den USA. Inzwischen argumentiert auch die politische Führung in Peking so. Unlängst twitterte das Außenministerium: Zwar seien die ersten Corona-Fälle in China aufgetreten, „aber der Ursprung liegt nicht unbedingt in China“. Forscher sehen indes keinen Grund, am Ursprung des Virus zu zweifeln.

Offenbar sieht die Führung in Peking darin ein probates Mittel, von eigenen Fehlern im Umgang mit der Krise abzulenken. Auch in Russland blühen Verschwörungstheorien. Wie die Beobachtungsstelle der EU gegen Desinformation berichtet, verbreiten Trolle und Kreml-nahe Medien, das Virus sei eine Biowaffe, das die USA gezielt gegen China eingesetzt hätten.

Ein Land hat Tusk in seinem Tweet vergessen: den Iran. Mit mehr als 11 000 Infizierten und 500 Toten ist er besonders vom Virus betroffen und deshalb – zumindest auf politischer Ebene – besonders offen für Verschwörungstheorien. Der Chef der Revolutionsgarden, Hussein Salami, erklärte, man habe es mit einem „biologischen Krieg“ zu tun. Die Hintermänner, natürlich: die USA und Israel.  mmä

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