Bei den Freien Wählern (FW) herrschte gestern Abend eine Art zurückhaltende Zufriedenheit. „Wir sind ganz ordentlich dabei“, sagte Hubert Aiwanger, Parteichef und stellvertretender bayerischer Ministerpräsident, unserer Zeitung. Bei den Landräten habe man die Stellung weitgehend verteidigt, und komme in Erding, Freising, Bayreuth und Oberallgäu sogar in die Stichwahl – alles Landkreise, die bisher keinen FW-Landrat haben. Eine detaillierte Bewertung wollte Aiwanger angesichts der vielen noch ausstehenden Ergebnisse nicht vornehmen. „Das wäre Kaffeesatzleserei. Aber wir sind eher stabil oder haben sogar zugelegt.“ Bei den Bürgermeistern seien in vielen Gemeinden neue FW-Kandidaten gewählt worden.
Einen Erdrutschsieg holte der amtierende FW-Landrat Anton Speer im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Mit 78,7 Prozent wurde er wiedergewählt. „Ich bin überwältigt und sprachlos. Damit hätte ich niemals gerechnet“, sagte er unserer Zeitung. In einem eigentlich schwarzen Landkreis sei das ein außergewöhnlicher Erfolg, der zeige, dass es sich lohne, Tag und Nacht für den Bürger ansprechbar zu sein.
Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen muss Amtsinhaber Josef Niedermaier (41,9 Prozent) in die Stichwahl gegen Anton Demmel (CSU, 30,5%). „Ich habe damit gerechnet und bin zufrieden mit dem Ergebnis“, sagte Niedermaier unserer Zeitung. Lob hatte er für seinen Vize-Landrat Klaus Koch von den Grünen übrig, der auf 18,5 Prozent kam. Koch habe gute Arbeit geleistet. Darauf, dass er nun Unterstützung von den Grünen bekommt, will er sich aber nicht verlassen. „Bei uns ist das eine Persönlichkeitswahl. Die Leute wissen schon, wen sie wählen wollen. Die Karten werden jetzt neu gemischt“, sagte Niedermaier. Aber er sei zuversichtlich, die Stichwahl für sich zu entscheiden.
Verteidigen konnten die Freien Wähler ihre Landratsposten in den Landkreisen Kitzingen (Tamara Bischof), Regensburg (Tanja Schweiger), Landshut (Peter Dreier), Nürnberger Land (Armin Kroder), Kulmbach (Klaus Peter Söllner), und Unterallgäu (Alex Eder). Im Landkreis Main-Spessart schaffte es Christoph Vogel mit Mühe in die Stichwahl gegen Sabine Sitter (CSU). Amtsinhaber Thomas Schiebel war nicht mehr angetreten.
Verloren haben die Freien Wähler den Landkreis Tirschenreuth, in dem der bisherige Landrat Wolfgang Lippert ebenfalls nicht mehr angetreten war. Ely Eibisch kam nur auf 31,3 Prozent. Roland Grillmeier (CSU) setzte sich mit 55,8 Prozent im ersten Wahlgang durch. wha