In Bayern sind drei weitere Personen an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Das Landratsamt Neu-Ulm meldet einen über 80-jährigen Patienten mit Vorerkrankungen. Ein weiterer Fall kommt aus Kempten: Dort starb eine 86-jährige Frau aus einem AWO-Seniorenheim. Zudem starb ein 80-Jähriger mit Vorerkrankungen aus Würzburg. Sonntagmittag meldete das Bayerische Landesamt für Gesundheit insgesamt 886 Fälle. Das sind 205 Fälle mehr als am Vortag. In Deutschland sind bisher über 5500 Infektionsfälle und zwölf Tote bekannt.
Immer mehr afrikanische Länder melden erste Corona-Fälle, unter anderem Kenia und Guinea. Vielerorts wurden Veranstaltungen abgesagt, Schulen geschlossen und Selbstquarantäne wird zur Pflicht. Die Weltgesundheitsorganisation sprach Sonntagmittag von 273 Infizierten auf dem Kontinent. Im weltweiten Vergleich ist Afrika damit zwar bisher kaum betroffen, doch einen verstärkten Ausbruch können die Gesundheitssysteme vermutlich nicht allein stemmen.
In Spanien explodiert die Zahl der Corona-Infizierten, besonders in Madrid. Dort hatten am vergangenen Wochenende 100 000 Frauen und Männer an einer Demo zum Weltfrauentag teilgenommen. Der EpidemieBeauftragte der sozialistischen Regierung hatte explizit nicht vor der Teilnahme gewarnt. Jetzt sind zwei Ministerinnen und die Frau des Ministerpräsidenten, Begona Gomez, die den Marsch anführten, an Corona erkrankt. Spanien droht Epidemologen zufolge eine noch dramatischere Entwicklung als Italien. Gestern Abend waren 7800 Infizierte und 289 Todesopfer registriert.
Zur Bewältigung der Krise erleichtert die Bundesagentur für Arbeit deutlich den Zugang zu Leistungen wie Arbeitslosengeld und Hartz IV. Hartz-IV-Empfänger müssen während der Krise nicht mehr persönlich bei ihrer Arbeitsagentur vorsprechen, sondern es reicht häufig der telefonische Kontakt, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Sonntag nach einer Sondersitzung des Vorstandes mit. „Eine Arbeitslosmeldung kann auch telefonisch erfolgen.“
Die EU begrenzt den Export medizinischer Schutzausrüstung. Atemschutzmasken, Schutzbrille, Schutzanzüge und andere zum Kampf gegen die Pandemie benötigte Produkte dürfen künftig nur noch mit ausdrücklicher Erlaubnis der jeweiligen Regierung in Nicht-EU-Länder exportiert werden, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Sonntag in einer Videobotschaft mitteilte. Die EU arbeite mit der Industrie daran, die Herstellung dieser Produkte anzukurbeln, sagte die EU-Kommissionspräsidentin.