So kämpft Europa gegen das Virus

von Redaktion

Europa wird zunehmend zum Quarantänegebiet. Immer mehr Länder schotten sich ab und erlassen Beschränkungen für das inländische öffentliche Leben. Ein Überblick.

VON WOLFGANG HAUSKRECHT

Österreich

hat Ausgangssperren für das ganze Land verhängt. Aus dem Haus darf man nur noch, um zu arbeiten, einzukaufen, oder um anderen Menschen zu helfen. Spaziergänge sind nur allein gestattet oder mit Menschen, die im selben Haushalt leben. Veranstaltungen sind untersagt, Gruppen von mehr als fünf Menschen nicht gestattet. Alle Sport- und Spielplätze sind geschlossen. Die Einreise aus Italien ist nur noch gegen Vorlage eines ärztlichen Gesundheitszeugnisses möglich, die Durchreise aus Italien ohne Zwischenstopp in Österreich.

Spanien

hat einen 14-tägigen Notstand ausgerufen. Bürger dürfen das Haus nur noch verlassen, um zur Arbeit zu gehen oder einzukaufen. Alle nicht notwendigen Geschäfte sowie Vergnügungsstätten sind zu, ebenso alle Schulen.

Frankreich

In Frankreich bleiben alle Restaurants, Bars, Cafés, Diskotheken und Kinos geschlossen. Ebenso die meisten Geschäfte. Offen bleiben Lebensmittelläden, Apotheken, Banken, Tankstellen und Kioske. Ab heute sind alle Schulen, Unis und Kindertagesstätten zu. Der Verkehr mit Bahn, Bus und Auto soll schrittweise verringert werden. Als eines der letzten europäischen Länder beendete Frankreich den Skibetrieb. Die Kommunalwahl am Sonntag fand statt.

Großbritannien

Nach Vorwürfen der Untätigkeit wird die britische Regierung doch aktiv. Geplant ist laut britischen Medien unter anderem ein Verbot von Großveranstaltungen. Das beträfe auch das Tennisturnier in Wimbledon. Gesundheitsminister Matt Hancock kündigte an, dass am Dienstag Notstandsgesetze erlassen werden. Die Regierung plant offenbar, über 70-Jährige für bis zu vier Monate zu isolieren. Einen Einreisestopp gibt es noch nicht.

Italien

In Italien gilt eine Notfallverordnung. Schulen, Kindergärten und Universitäten bleiben zunächst bis 3. April zu. Kongresse und Veranstaltungen sind untersagt, Bars und Restaurants geschlossen. Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Banken, Post und Behörden sind geöffnet. Die Rückkehr nach Deutschland ist weiterhin möglich.

Dänemark

Dänemark hat die Grenzen dichtgemacht. Ausländer dürfen nur mit triftigem Grund einreisen. Eine Heimreise zum Beispiel aus Schweden ist durch Dänemark weiter möglich, allerdings nur ohne Zwischenstopp.

Norwegen

schottet sich ebenfalls ab. Ab heute sind die Flug- und Seehäfen geschlossen. Auf dem Landweg sollen nur noch Personen mit Wohnsitz in Norwegen einreisen dürfen.

Tschechien

lässt ab heute gar keine Ausländer mehr ins Land. Tschechien hat für 30 Tage den Notstand erklärt.

Niederlande

Auch dort gibt es Coronaopfer. Die Niederlande haben alle Veranstaltungen mit mehr als 100 Besuchern abgesagt.

Belgien

Restaurants, Cafés, Museen sind zu, Freizeitaktivitäten, Veranstaltungen und Konzerte müssen auch im privaten Bereich abgesagt werden.

Schweiz

Alle Schweizer Schulen, Hochschulen und Ausbildungsstätten sind bis 4. April geschlossen. Kinderkrippen bleiben in der Verantwortung der Kantone. Bis Ende April verboten sind auch alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen ab 100 Personen. Bei Anlässen bis 100 Teilnehmende müssen Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Dies gilt auch für Freizeitbetriebe wie Museen, Sportzentren, Schwimmbäder sowie Skigebiete. Restaurants, Bars und Diskotheken sind noch geöffnet.

14 Tage Quarantäne

drohen Reisenden in vielen anderen europäischen Ländern, zum Beispiel in Rumänien, Portugal, Slowakei, Polen, Malta, Litauen, Lettland oder Kroatien. Estland will ab Dienstag Ausländer gar nicht mehr reinlassen.

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