zu Corona:

von Redaktion

PRESSESTIMMEN

„Was Seehofer am Sonntag verkündete, hätte vor wenigen Wochen wohl noch keiner für möglich gehalten. Grenzen haben in Deutschland keinen guten Ruf; auf ihrer Bedeutung zu beharren, gilt vielen bereits als Verrat an der europäischen Sache. Ausländische Politiker wie der britische Premier Boris Johnson, die auf einen souveränen, seine Grenzen kontrollierenden Nationalstaat setzen, haben in der deutschen Öffentlichkeit keinen guten Leumund. Umso bemerkenswerter ist, dass Kritik an Seehofers Maßnahme weitgehend ausblieb. Auch daran zeigt sich, welch einschneidendes Ereignis die Corona-Krise ist: Angesichts der Seuche entdecken die Deutschen den Pragmatismus.“

Neue Zürcher Zeitung

„Es ist kein triviales Ereignis, dass Deutschland seine Grenzen schließt und Kontrollen wie zur Zeit der Nationalstaaten durchsetzt. Weil diese Wahl genau den Grundwerten widerspricht (…), auf der die EU aufgebaut werden sollte. Die Schließung von Schengen hat Berlin im Alleingang nach nationaler Logik beschlossen. Währenddessen kommt die Gesundheitshilfe für Italien leichter aus dem klugen China als von misstrauischen europäischen Freunden. Das Virus hat die Heucheleien zerschlagen – es bleibt die Rhetorik.“

La Repubblica (Rom)

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