Wegen des Risikos von Corona-Infektionen in Gefängnissen wird in Berlin ab sofort die Vollstreckung aller Haftstrafen von bis zu drei Jahren ausgesetzt. Wie Justizbehörde und Generalstaatsanwaltschaft mitteilten, sollen auf diese Weise die nötigen personellen und medizinischen Ressourcen für den Fall von Erkrankungswellen und Quarantänemaßnahmen im Strafvollzug geschaffen werden. Die Maßnahme soll bis zum 15. Juli dauern.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Länder Europas zu größeren Anstrengungen aufgerufen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Europa sei das „Epizentrum“ der Pandemie, sagte der regionale WHO-Chef Hans Kluge in Kopenhagen. „Ausnahmslos jedes Land“ müsse nun die „kühnsten Schritte“ unternehmen, um die Ausbreitung zu verlangsamen. Die WHO gab am Dienstag die ersten beiden Ansteckungsfälle in ihren eigenen Reihen bekannt.
Wegen der Corona-Krise werden in Griechenland alle Flüchtlingslager vorläufig für Besucher geschlossen. „Besuche von Einzelpersonen und Organisationen werden für mindestens 14 Tage ausgesetzt“, erklärte das Einwanderungsministerium. Zutritt erhalte nur noch das Personal. Neu eingetroffene Migranten müssen sich nach ihrer Ankunft einer Temperaturkontrolle unterziehen.
In Belgien gilt von Mittwochmittag an eine fast dreiwöchige strenge Ausgangssperre. Ausnahmen gebe es nur für unbedingt nötige Wege, sagte eine Regierungschefin am Dienstagabend in der Hauptstadt Brüssel, wo auch zahlreiche EU-Institutionen ihren Sitz haben. Alle Unternehmen müssen wo immer mögliche Telearbeit einführen, sonst drohen Bußgelder.
Kanzlerin Angela Merkel hat sich bei dem Syrien-Gipfel mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einer Aufstockung der EU-Mittel für die Versorgung von Flüchtlingen in der Türkei bereiterklärt. Bei der Videokonferenz, an der auch der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premier Boris Johnson teilnahmen, habe man sich klar zu dem Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei bekannt, sagte Merkel.