Berlin – Die überalterte Tornado-Flotte der Bundeswehr soll vom Jahr 2025 an durch bis zu 90 weitere Eurofighter-Jets sowie 45 F-18-Kampfflugzeuge des US-Herstellers Boeing abgelöst werden. Das US-Modell soll für den elektronischen Luftkampf sowie die „Nukleare Teilhabe“ Deutschlands an US-Waffen beschafft werden. Das sehen interne Planungen des Verteidigungsministeriums vor, die nach dpa-Informationen auf politischer Ebene sowie mit Industrievertretern besprochen wurden.
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) müsse noch zustimmen, hieß es. Die Bundeswehr verfügt aktuell über 234 Kampfflugzeuge, darunter 141 Eurofighter vom europäischen Hersteller Airbus und 93 Tornado-Jets. Der vor bald 40 Jahren eingeführte Tornado ist für die Aufgaben Luftangriff, taktische Luftaufklärung und elektronische Kampfführung zum Einsatz vorgesehen – und eben für die nukleare Abschreckung. Im Flugbetrieb sind 83 Maschinen, zehn weitere werden für die Ausbildung am Boden sowie für Tests genutzt. Deutschland gehört aber zu den letzten Nutzern dieses Flugzeugtyps. Der Betrieb droht deswegen bald zusätzliche Milliarden zu kosten, weil Ersatzteile zur Manufakturarbeit werden.
Um die Nachfolge-Entscheidung, bei der es über die Jahre verteilt um einen zweistelligen Milliardenbetrag geht, hat es ein längeres Ringen gegeben – weil es unter anderem um starke bayerische Interessen geht. Die Airbus-Rüstungssparte hat ihre Zentrale in Bayern, in Manching werden Eurofighter endmontiert. dpa