Rentenkommission empfiehlt Korridore

von Redaktion

Berlin – Im Februar hatte es noch Berichte gegeben, die Experten könnten sich nicht einigen. Doch gestern hat die Rentenkommission der Bundesregierung ihren Bericht veröffentlicht und ihn in einer Telefonkonferenz an Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) übergeben. Nach fast zwei Jahren Arbeit schlägt die Kommission einen Korridor für das Rentenniveau von 44 bis 49 Prozent vor. Dagegen ist eine weitere Erhöhung des Regeleintrittsalters über 67 Jahre nicht vorgesehen. Zudem sollen die Beiträge nach dem Jahr 2025 auf bis zu 24 Prozent des Bruttolohnes anwachsen dürfen. Darüber hinaus sollen verbindliche Haltelinien Korridore vorschreiben, innerhalb derer sich Rentenniveau und Rentenbeitrag bewegen dürfen. Weiter schlägt die Kommission die Einsetzung eines Alterssicherungsbeirats vor, der die Bundesregierung und das Parlament weiter informieren und beraten soll.

Anders als einige Medien zuvor berichtet hatten, sollen Beamte weiter von der Zahlung in die gesetzliche Rentenkasse ausgenommen sein.

Die Kommission war 2018 von der Bundesregierung eingesetzt worden. Ihr gehören Vertreter von Arbeitgebern und Gewerkschaften, Wissenschaftler und Fachpolitiker an. Die Experten sollten Vorschläge für die Absicherung der Rente nach 2025 machen, wenn immer weniger Beitragszahler auf immer mehr Rentner kommen.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat die Empfehlungen begrüßt. Auf dieser Basis wolle er bis zum Herbst Vorschläge machen, die dann in der Großen Koalition beraten werden sollten.

„Angesichts des großen Reformbedarfs konnte die Kommission die hohen Erwartungen, die an sie gestellt wurden, nicht erfüllen“, sagte Bertram Brossardt, der Geschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund erklärte, der Bericht lasse viele Fragen offen. hor/kna

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