München – Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat davor gewarnt, sich durch das Tragen einfacher Schutzmasken in „falscher Sicherheit“ vor dem Coronavirus zu wiegen. Das sei „das Schlimmste, was passieren könnte“, sagte er am Freitag. Die Menschen müssten weiter Abstand halten, sich an Husten- und Niesregeln halten und die Handhygiene beachten. „Sonst schadet das Tragen einer solchen Maske mehr als es nutzt.“
Simple Stoffmasken schützen laut RKI zwar nicht den Träger vor einer Ansteckung, können aber andere schützen, weil sie Sekrettröpfchen zurückhalten, die etwa beim Husten, Niesen oder Sprechen entstehen. Für einen solchen Fremdschutz gebe es zwar keine Belege, sagte Wieler, er erscheine aber plausibel. Das RKI hatte seine Empfehlung hierzu am Donnerstag geändert. Zuvor lehnte es das Tragen von Masken ab.
Die Debatte über Sinn und Unsinn der Masken läuft hierzulande seit einigen Tagen. Auch über eine Tragepflicht wie in Österreich war spekuliert worden. Die Bundesregierung schloss das am Mittwoch vorerst aus. Das freiwillige Tragen von Masken sei aber legitim.
Wieler mahnte, wer krank sei, solle auch mit Masken nicht einkaufen. Das RKI weist aber darauf hin, dass nicht jeder Infizierte das auch bemerke. In diesen Fällen könnten Masken das Übertragungsrisiko verringern. Sie müssten aber unbedingt richtig getragen werden, also eng anliegen. Zudem dürften sich die Menschen nicht ins Gesicht fassen, um die Maske zurechtzuziehen. Nach Durchfeuchtung müsse man sie wechseln.
Das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit ist in vielen Ländern inzwischen Pflicht. US-Präsident Donald Trump, der Masken kürzlich noch als unnütz abtat, will neue Empfehlungen zu dem Thema ausgeben. Verbindlich solle das Tragen zwar nicht werden, sagte Trump laut „CNN“ am Freitag in Washington, ergänzte aber: „Amerikaner, die eine Gesichtsbedeckung tragen wollen, können das für sich selbst entscheiden.“ Allerdings sind die medizinischen OP-Masken auch in den USA zur Mangelware geworden. afp/dpa/mmä