Meuthen rudert zurück

von Redaktion

AfD-Chef nennt Spaltungs-Idee „Fehler“ – Uwe Junge hört auf

München – Wenige Tage nach seinem umstrittenen Vorstoß zur Spaltung der AfD hat Parteichef Jörg Meuthen einen Rückzieher gemacht. Der 58-Jährige habe zugesagt, die Debatte „nicht weiter zu führen“, heißt es in einem Beschluss, den der Parteivorstand am Montag offenbar einstimmig beschloss. Demnach soll Meuthen seine Äußerungen als „großen Fehler“ bezeichnet haben.

Der Parteichef hatte in einem Interview mit dem national-konservativen Online-Magazin „Tichys Einblick“ laut über eine „einvernehmliche Trennung“ der AfD und des vom Verfassungsschutz beobachteten rechtsextremen „Flügels“ nachgedacht. Die Idee war innerparteilich auf breite Ablehnung gestoßen – auch in Bayern (wir berichteten). In dem online veröffentlichten Beschluss heißt es, Meuthen bekenne sich „zur Geschlossenheit der AfD als einheitlicher Partei“.

Die Äußerungen hatten für große Unruhe gesorgt. Ob Meuthen, der als „Flügel“-Kritiker gilt, sich damit quasi arglos ein Eigentor schoss, ist aber unklar. Die „FAZ“ berichtet, er sei mit diesem bewussten Manöver dem „Flügel“-Strippenzieher Andreas Kalbitz zuvorgekommen, der selbst geheime Pläne für eine Abspaltung habe.

Der rheinland-pfälzische AfD-Fraktionschef Uwe Junge, einer der wenigen, die Meuthen zur Seite gesprungen waren, hat indes angekündigt, nächstes Jahr in Ruhestand zu gehen. Junge erklärte am Sonntag, er wolle „nach reiflicher Überlegung“ sowie „aus gesundheitlichen Gründen“ 2021 nicht mehr für den Landtag kandidieren. Der ehemalige Bundeswehroffizier hatte zuletzt „harte Ordnungsmaßnahmen“ gegen die „Flügel“-Frontmänner Kalbitz und Björn Höcke gefordert. MARCUS MÄCKLER

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