Brüssel – Trotz der Corona-Pandemie will Großbritannien die Verhandlungen mit der EU über die künftigen Beziehungen nicht über 2020 hinaus verlängern. Die britische Regierung habe „bestätigt, dass sie jegliche Verlängerung der Übergangsphase ablehnen wird“, sagte der EU-Chefunterhändler Michel Barnier am Freitag in Brüssel. Nun müsse es bis Juni „echte Fortschritte“ geben.
Großbritannien war am 31. Januar aus der EU ausgetreten. In der Übergangsphase bis Jahresende bleibt das Land im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion. In dieser Zeit wollen beide Seiten insbesondere ein Handelsabkommen vereinbaren. Brüssel und London hatten die Verhandlungen nach mehrwöchiger Unterbrechung wegen der Corona-Krise am Montag per Video-Konferenz wieder aufgenommen.
„Greifbare Fortschritte“ seien in der Verhandlungsrunde nicht erreicht worden, sagte Barnier. Denn Großbritannien habe sich geweigert, „ernsthaft auf eine bestimmte Zahl von grundlegenden Punkten einzugehen“.
Barnier warnte, es könne kein „ehrgeiziges Handelsabkommen“ geben, wenn Großbritannien nicht ebenso ehrgeizige faire Wettbewerbsbedingungen garantiere. London wolle zudem „mehrere separate Abkommen“, während die EU einen einheitlichen Rahmen vorschlage. Keine Fortschritte habe es zudem im Bereich eines bis Juni angestrebten Fischereiabkommens gegeben. Es lägen „ernsthafte Schwierigkeiten“ vor beiden Seiten. Er halte dies aber noch für überwindbar. „Die Uhr tickt.“