Tübingen/Berlin – Der Grünen-Politiker Boris Palmer hat sich für seine Äußerungen zum Umgang mit älteren Corona-Patienten entschuldigt. „Niemals würde ich älteren oder kranken Menschen das Recht zu leben absprechen“, sagte Tübingens Oberbürgermeister. Er habe sich „missverständlich“ ausgedrückt.
Zuvor hatte Palmer im Sender Sat. 1 Lockerungen der Corona-Maßnahmen gefordert und drastische Worte gewählt: „Ich sag es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären.“ Der Armutsschock durch den Corona-Lockdown bringe hingegen weltweit Millionen Kinder ums Leben. Führende Grünen-Politiker distanzierten sich von ihm.
Palmer sagte, sein Satz sei eine Antwort auf Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) gewesen. Der hatte am Sonntag weniger drastisch gesagt, der Staat könne nicht jedes Leben retten, der Schutz des Lebens stehe nicht über allem anderen. Der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, sagte der „Frankfurter Rundschau“, er teile Schäubles Einschätzung: „Das Grundgesetz kennt keine Hierarchie von Grundrechten, und es werden seit geraumer Zeit ja nun gleich mehrere Grundrechte massiv eingeschränkt“. dpa/kna