Berlin – Fast ein Jahr nach ihrem Rücktritt als Partei- und Fraktionschefin der SPD übernimmt Andrea Nahles eine neue Aufgabe. Die 49-Jährige soll Präsidentin der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation werden, wie das Medien-Start-up Media Pioneer am Montag in seinem neuen Newsletter berichtete, hinter dem der frühere „Handelsblatt“-Herausgeber Gabor Steingart steht. Diesen Angaben zufolge soll Nahles das neue Amt spätestens im Sommer antreten.
Die Bundesanstalt für Post und Telekommunikation mit rund 1400 Beschäftigten kümmert sich um die Versorgung der Beamten des früheren Staatsunternehmens Deutsche Bundespost. Sie ist eine Unterbehörde des Bundesfinanzministeriums, an dessen Spitze Nahles’ Parteikollege Olaf Scholz steht.
Das Bundesfinanzministerium wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Zu „Gerüchten über Personalangelegenheiten“ werde sich das Ministerium nicht äußern, teilte eine Sprecherin mit. Auch das in Bonn ansässige Bundesamt wollte sich zu der Personalie nicht äußern. Die Besetzung des Präsidentenposten sei Sache des Bundesfinanzministeriums, hieß es dort. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur muss der Verwaltungsrat die Personalie Mitte Juni noch billigen. Nahles könnte dann zum 1. August beginnen. Das Amt ist auf fünf Jahre befristet.
Nahles war Anfang Juni 2019 nach dem historisch schlechten Abschneiden der SPD bei der Europawahl und zermürbender innerparteilicher Kritik von ihrem Ämtern zurückgetreten, auch ihr Bundestagsmandat legte sie nieder. Zuvor war sie von Dezember 2013 bis September 2017 Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Aus der Öffentlichkeit zog sie sich nach ihrem Rücktritt weitgehend zurück.
Für ihren neuen Job erhält sie dem Bericht zufolge rund 150 000 Euro im Jahr. Ihr Vorgänger, der bisherige Präsident Andreas Hermes, solle nach seiner fünfjährigen Amtszeit eine Aufgabe im Finanzministerium bekommen. dpa, afp, mm