PRESSESTIMMEN
„Damit hat das europäische Recht die größte Herausforderung seit Gründung des europäischen Einigungsprojekts vor sich. (…) Wenn der legendäre Satz (des ehemaligen EZB-Präsidenten Mario) Draghis, er werde ‚alles‘ tun, um den Euro zu retten, nicht mehr gelten kann, weil seiner Nachfolgerin (Christine) Lagarde die Hände gebunden sind, stehen wir vor einem großen geopolitischen Knall. Selbst wenn der politische Wille da wäre, zumindest Italien mit Steuergeldern zu retten, ist dies nun unmöglich.“
„Die Italiener fühlen sich immer weniger europäisch. Es herrscht zunehmende Desillusionierung über die Eurozone. Es ist ein Trend, der seit vielen Jahren anhält. Covid hat die Euro-Enttäuschung weiter verschärft und schürt ein Gefühl, das uns dazu drängt, über die EU hinauszublicken. Sogar über Europa hinaus. Jenseits des Westens.“
„Statt Aufbruchsstimmung hat die vorsichtige Lockerung der Quarantäne in Italien eine politische Lähmung ausgelöst, die sich das Land weniger leisten kann denn je. In der akuten Phase der Covid-19-Krise agierte die Regierungskoalition von Ministerpräsident Giuseppe Conte entschlossen, nun konfus und planlos.“