„Wir können die Wunden heilen“: Bewegender Abschied von George Floyd

von Redaktion

Der Sarg glänzt golden vor der Bühne der Kirche „The Fountain of Praise“ in Houston. In ihm liegt der Mann, dessen Namen etliche Amerikaner in den vergangenen zwei Wochen bei den Massenprotesten gegen Rassismus und Polizeigewalt gerufen haben. George Floyds Tod hat die USA im Mark erschüttert. In Houston in Texas wuchs der Afroamerikaner auf, dort nahmen nun Tausende von ihm Abschied.

Große Bilder auf der Bühne zeigen ihn mit angedeuteten Engelsflügeln und Heiligenschein. Auch auf zahlreichen Corona-Schutzmasken und Anstecknadeln prangt sein Konterfei. Viele Trauergäste tragen Corona-Schutzmasken, auf denen „I Can’t Breathe“ steht – Ich kann nicht atmen, die letzten Worte George Floyds, längst auch eine Zustandsbeschreibung der systematisch benachteiligten amerikanischen Minderheiten.

Die Stimmung ist feierlich und kämpferisch, ganz im Geiste der „Black Lives Matter“-Bewegung. Joe Biden, der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, wendet sich in einer vorbereiteten, mit Klaviermusik unterlegten Videobotschaft an die Trauernden. Vor allem aber an Floyds sechsjährige Tochter Gianna. „Du bist so mutig, Dein Papa schaut runter und er ist so stolz auf dich. Ich weiß, dass du diese dicke Umarmung vermisst, die nur er geben konnte.“ Wieder Applaus.

Biden ruft zur Überwindung des Rassismus auf, zu dem auch Floyds Tod beitragen werde. „Wir können die Wunden dieser Nation heilen.“

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