PRESSESTIMMEN
„Macron hatte im Mai bereits die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung verloren, und dieses schlechte Wahlergebnis setzt ihn weiter unter Druck. Er muss nun handeln, bevor es zu spät ist. Die Präsidentschaftswahl ist für 2022 angesetzt. In diesem Fall scheint eine einfache Regierungsreform, wie sie erwartet wird, nicht genug. Und schon gar nicht, falls Regierungschef Édouard Philippe gehen muss. Der genießt zurzeit nämlich mehr Beliebtheit als der Staatschef.“
„Für Angela Merkel ist die EU-Ratspräsidentschaft das wohl letzte größere politische Projekt. Schon 2007 leitete sie das Gremium der europäischen Staats- und Regierungschefs. Auch damals galt der Zustand des Staatenbundes als fragil, nachdem ein EU-Verfassungsvertrag an zwei erfolglosen Referenden in den Niederlanden und Frankreich gescheitert war. 13 Jahre – und eine Finanzkrise, eine Flüchtlingskrise und eine Corona-Pandemie – später steht Merkel vor ungleich gewaltigeren Problemen.“
„So paradox es klingen mag: Corona hilft. Vielen ist nämlich deutlich geworden, dass die Europäer in einem Boot sitzen. Das Virus hat alle Volkswirtschaften empfindlich getroffen. Nur gemeinsam kommt man wieder raus aus der Krise.“