Frankreichs Ex-Premier muss ins Gefängnis

von Redaktion

Paris – Der Fall erinnert an die Abgeordnetenaffäre im bayerischen Landtag: Der ehemalige französische Präsidentschaftskandidat François Fillon ist wegen Scheinbeschäftigung seiner Ehefrau zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Ein Pariser Gericht verhängte am Montag fünf Jahre Gefängnis, davon drei auf Bewährung, wie französische Medien übereinstimmend berichteten. Auch seine Ehefrau Penelope wurde zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt. Sie war jahrelang auf Parlamentskosten bei ihrem Mann im Parlament beschäftigt gewesen. Die Anwälte der Fillons wollen gegen das Urteil Berufung einlegen.

Die Vorwürfe hatten Fillons letztlich erfolglose Präsidentschaftskandidatur 2017 schwer belastet. Fillon galt damals als großer Favorit für den Posten des künftigen französischen Staatschefs. Fillon kämpfte schließlich um sein politisches Überleben – und stürzte in den Umfragen ab. Die Fillons wiesen die Vorwürfe in der Jobaffäre stets zurück. Sie sprachen von einer Intrige. Penelope war als Mitarbeiterin für ihren Mann und dessen Nachfolger Marc Joulaud in der Nationalversammlung tätig. Dabei handelte es sich nach Auffassung des Gerichts um eine gut bezahlte Scheinbeschäftigung.

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