Ermittlungen zum Oktoberfest-Attentat eingestellt

von Redaktion

München/Karlsruhe – Die im Jahr 2014 neu aufgenommenen Ermittlungen zum Oktoberfestattentat von 1980 sind eingestellt. Das sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Dienstagabend. Zuvor hatten mehrere medien darüber berichtet.

Nach den Ergebnissen der neuen Ermittlungen handelte der Attentäter Gundolf Köhler damals aus einer rechtsextremistischen Motivation heraus. Hinweise auf Hintermänner oder Komplizen wurden aber auch nach mehr als tausend Vernehmungen und der Prüfung von Hunderten Spuren nicht gefunden. „Wir haben keine zureichenden, tatsächlichen Anhaltspunkte für die Beteiligung weiterer Personen als Mittäter, Anstifter oder Gehilfen an der Tat des Gundolf Köhler“, sagte der Sprecher. Am Abend des 26. September 1980 hatten am Haupteingang zur Wiesn 1,39 Kilogramm TNT zwölf Festgäste in den Tod gerissen und mehr als 200 verletzt. Schrauben und Nägel erhöhten die Zerstörungskraft. Auch der Bombenleger und Rechtsextremist Gundolf Köhler starb. Der Geologie-Student Köhler war ein früherer Anhänger der dann verbotenen rechtsextremistischen „Wehrsportgruppe Hoffmann“.

Die Akten wurden seinerzeit rasch geschlossen, das Verfahren eingestellt. Die Behörden sprachen von einem Einzeltäter, der die Tat aus rein privaten Motiven beging. Das bezweifelten Angehörige, Opfervertreter und Politiker verschiedener Parteien. Sie hatten sich über Jahrzehnte für die Wiederaufnahme der Ermittlungen eingesetzt.

Als der Generalbundesanwalt Ende 2014 – eineinhalb Jahre nach Beginn des Prozesses um die rechtsextremen Morde des NSU – die Wiederaufnahme verkündete, war das auch ein Bekenntnis dazu, dass mehr als drei Jahrzehnte zuvor nicht alles gut gelaufen war. Er sprach damals vom „schwersten rechtsextremistische Attentat in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“.  dpa

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