Frankfurt – Nach der Krawallnacht auf dem Frankfurter Opernplatz werten die Ermittler etliche Videos von Zeugen aus. Diese seien nach einem entsprechenden Aufruf zur Verfügung gestellt worden, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums. Ergebnisse gebe es noch nicht.
In der Nacht zum Sonntag war es auf dem Opernplatz zu Ausschreitungen gekommen. Nach Polizeiangaben wurden Einsatzkräfte aus der Menge mit Flaschen angegriffen, 39 Menschen wurden vorübergehend festgenommen. Der überwiegende Teil von ihnen sei polizeibekannt. In Haft ist allerdings keiner von ihnen mehr. Die Staatsanwaltschaft sah keine Beweise, dass die Wurfgeschosse auch tatsächlich Beamte trafen. Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill bezeichnete diese Entscheidung in der „Bild“ als „fatales Signal an unsere Beamten“. Am kommenden Wochenende wird die Polizei mit einer größeren Zahl von Beamten auf dem Opernplatz präsent sein.
Vor dem Hintergrund der Krawalle hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer gegenüber unserer Zeitung eine Studie über Gewalt gegen die Polizei angeregt. Aus dem Bundestag schlägt ihm dafür deutliche Kritik entgegen. Irene Mihalic, innenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, bezeichnete den Plan in der „FAZ“ als „Nebelkerze“. Die Politikerin, die selbst Polizistin war, äußerte die Vermutung, Seehofer wolle von der aktuellen Debatte über Rassismus in der Polizei ablenken.
FDP-Bundestagsfraktionsvize Stephan Thomae schließt eine Aufarbeitung zwar nicht aus: „Dass Seehofer allerdings eine Studie über Gewalt gegen Polizeibeamte fordert, gleichzeitig aber eine Studie zum ,Racial Profiling’ verweigert, ist zynisch.“