Das Schreiben fiel ihm zuletzt sehr schwer, Schuld war „dieser Herr Parkinson“, wie Hans-Jochen Vogel zu sagen pflegte. Trotzdem schlug er unserem Redakteur den folgenden Wunsch nicht ab: Zu seinem letzten Interview-Besuch im Münchner Augustinum hatte der Journalist Vogels Erinnerungen an seine Münchner Zeit – Titel: „Die Amtskette“ – mitgebracht, und zwar auf Bitten seines Chefs, der das Buch wiederum vor einigen Jahren im Internet ersteigert hatte. Die persönliche Widmung aus dem Jahr 1973 stand schon drin, galt also nicht ihm, dem Chef, was ihn fuchste. Deshalb drückte er dem Redakteur das Buch mit der Bitte in die Hand, es ein zweites Mal signieren zu lassen. Nach fast zweistündigem Interview freute sich Hans-Jochen Vogel eher mittelmäßig über das Anliegen, kam ihm aber nach. Er setzte, mehr malend als schreibend, zu folgendem lakonischen Text an: „Für Herrn Mike Schier (den Chef, d.Red.), weil mich Ihr Mitarbeiter Marcus Mäckler (der Redakteur) darum gebeten hat. Ihr Hans-Jochen Vogel.“ Dann datierte er den Text, „13.11.2019“, blickte auf die erste Widmung und setzte noch mal an: „also 46 Jahre später“. Ein Buch, zwei Widmungen. Wir werden es in Ehren halten. mmä