Jusos: „Kapitalismus überwinden“

von Redaktion

Debatte um Kühnert-Nachfolge beginnt – Kandidatin aus NRW

Düsseldorf – Die Vorsitzende der nordrhein-westfälischen Jusos, Jessica Rosenthal, will Nachfolgerin von Kevin Kühnert als Bundeschefin der SPD-Jugendorganisation werden. „Ich werde beim Bundeskongress im November kandidieren“, sagte die 27 Jahre alte Lehrerin aus Bonn dem „Spiegel“. Es wäre für sie „eine große Ehre“, falls sie Kühnerts Arbeit fortsetzen dürfe. In dem Interview erklärte sie auch: „Ich bin Jungsozialistin. Bei mir gibt es keinen Etikettenschwindel. Ich will den Kapitalismus, der auf Ausbeutung beruht, überwinden.“

SPD-Vize Kevin Kühnert hatte Anfang der Woche angekündigt, das Amt des Juso-Vorsitzenden im Herbst niederzulegen und im Berliner Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg für den Bundestag zu kandidieren. Eine Sprecherin des Juso-Bundesbüros in Berlin sagte, ihr seien derzeit keine weiteren Kandidaturen außer der von Rosenthal bekannt, aber Kühnerts Rückzugsankündigung sei ja auch noch „recht frisch“.

Rosenthal hatte sich vehement für Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans als neue SPD-Vorsitzende eingesetzt. Bei deren Wahl sagte sie im vergangenen Jahr: „Heute ist ein historischer Tag.“ Zuvor hatte sie gegen eine Neuauflage der Großen Koalition gekämpft: Die großen Zukunftsfragen könnten in einer solchen Regierung der Kompromisse nicht gelöst werden, sagte sie 2018, es bedürfe eines klaren Politikwechsels: „Grundsätzlich gibt es die SPD ja, weil sie ganz, ganz andere Positionen hat als die Union in vielen Fragen.“

Rosenthal wurde 1992 in Hameln in Niedersachsen geboren. Von 2012 bis 2018 studierte sie in Bonn Deutsch, Geschichte und Bildungswissenschaften und unterrichtet heute an einer Realschule. dpa

Artikel 3 von 11