Berlin – Unionsfraktionsvize Arnold Vaatz (CDU) hat der Berliner Polizei im Zusammenhang mit der Demonstration gegen die Corona-Regeln vom vergangenen Samstag DDR-Methoden vorgehalten. „Die dreiste Kleinrechnung der Teilnehmerzahlen der Demo vom 1. August durch die Berliner Polizei entspricht in etwa dem Geschwätz von der ,Zusammenrottung einiger weniger Rowdys‘, mit der die DDR-Medien anfangs die Demonstrationen im Herbst 1989 kleinrechneten“, schrieb Vaatz in einem Gastbeitrag für die Plattform „Tichys Einblick“.
Ein Sprecher der Unionsfraktion distanzierte sich von Vaatz’ Artikel. Er habe „in dem Meinungsbeitrag seine persönliche Auffassung als Abgeordneter geäußert – diese spiegelt nicht die Haltung der Unionsfraktion wider“.
Der sächsische CDU-Politiker schrieb, heute versuche man die Straßen leerzubekommen, indem man warne: „Pass auf, mit wem du demonstrierst. Das ist die Drohung, als Nazi diffamiert und damit gesellschaftlich ruiniert zu werden, sobald man bei einer Demonstration angetroffen wird, in der eine Person, die man weder gekannt noch überhaupt im Gewühl gesehen haben muss, ein ,bei Rechten beliebtes‘ Kleidungsstück trägt.“
Zu Beginn seines Beitrages schrieb Vaatz: „Zunächst stelle ich klar: Ich halte die Festlegungen der Regierungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für richtig und ihre Befolgung für erforderlich.“ Am Samstag hatten in Berlin Tausende für ein Ende aller Corona-Auflagen demonstriert. Laut Polizei zogen bis zu 17 000 Menschen durch die Stadt, an einer anschließenden Kundgebung nahmen demnach 20 000 Menschen teil. Die Organisatoren sprachen von bis zu 1,3 Millionen Teilnehmern. Seither wird vor allem in den sozialen Netzwerken erbittert darüber gestritten, wie viele Menschen tatsächlich in Berlin demonstriert haben. dpa