Moskau – Das russische Außenministerium hat nach einem Gespräch mit dem deutschen Botschafter in Moskau entschieden gegen das Vorgehen der Bundesregierung im Fall des vergifteten Kremlkritikers Alexej Nawalny protestiert. „Die volle Verantwortung für die Folgen einer solchen Politik liegt bei der Bundesregierung, ihren Nato-Verbündeten und der Europäischen Union“, teilte das Ministerium mit. Zuvor war der deutsche Botschafter Géza Andreas von Geyr zu einem Gespräch im Ministerium.
Nawalny, einer der schärfsten Gegner von Kremlchef Wladimir Putin, wurde am 20. August auf einem Inlandsflug in Russland bewusstlos. Auf Drängen seiner Familie wurde er nach Berlin verlegt. Die Bundesregierung sieht es nach Untersuchungen in einem Spezial-Labor der Bundeswehr als erwiesen an, dass er mit einem militärischen Nervenkampfstoff vergiftet wurde. Russland bestreitet, in den Fall des Oppositionellen verwickelt zu sein.
Es gebe „unbegründete Anschuldigungen und Ultimaten an die Adresse Russlands“, hieß es aus dem russischen Außenministerium. Dies sei eine „Diskreditierung unseres Landes in der internationalen Arena“. Russland fordere, dass die „Hysterie“ ende und Deutschland „unverzüglich eine sachliche und umfassende“ Antwort auf die Anfrage der russischen Generalstaatsanwaltschaft gebe.