München – Am Ende ging es mit der Einigung fix: Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt haben sich auf eine Unterstützung von Alleinerziehenden geeinigt. Der steuerliche Entlastungsbetrag für sie wird dauerhaft auf 4008 Euro verdoppelt. Im Juni hatte die Koalition in ihrem Konjunkturpaket Hilfen für Alleinerziehende beschlossen. Begründung: Für Single-Eltern sei der höhere Betreuungsaufwand in Zeiten von Corona besonders schwierig. Jetzt wird die kurzfristige Entlastung dauerhaft zementiert. Scholz und Dobrindt sprachen von einem starken Signal.
Für Dobrindt ist dieses Signal vor allem deshalb wichtig, weil er es in Zusammenhang mit der Diskussion um die Frauenquote sieht. Bei einer Sitzung Anfang November im Kanzleramt hatte er davor gewarnt, sich einseitig auf Einkommensmillionäre zu konzentrieren. Die Union sorgt sich, zu viele Wählerinnen an die Grünen zu verlieren. Dobrindt spricht deshalb von einem „Gesamtpaket zur Förderung von Frauen im Berufsleben“. Bessere Perspektiven in Führungspositionen (Frauenquote), mehr Förderung für moderne Arbeitsformen (Homeoffice-Pauschale) und eben die Unterstützung für Alleinerziehende.
„Dieser Dreiklang ist ein wichtiger Erfolg für Frauen im Beruf, den wir fortschreiben wollen mit mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten“, sagte Dobrindt. „Die starre Acht-Stunden-Woche passt nicht mehr in eine moderne Arbeitswelt und hemmt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“ MIKE SCHIER