Berlin – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine mögliche weitere Verschärfung des Teil-Lockdowns angedeutet. Man werde in den kommenden Wochen überlegen müssen, ob die bisherigen Anti-Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern reichen, sagte Söder gestern Abend nach einer Videoschalte der Länder-Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. „Die Frage ist, ob wir das Land die ganze Zeit in dieser Art von Halbschlaf halten können – oder ob wir nicht irgendwann noch mal überlegen müssen, an einigen Stellen sehr deutlich und konsequent tiefer heranzugehen.“
„Die Zeit ist nicht da, wo die Maßnahmen jetzt bewertet werden müssen“, sagte Söder. Sein Gefühl sei jedoch, „dass wir uns da nicht scheuen dürfen, am Ende auch sehr konsequent zu sein – und vielleicht einmal kürzer konsequenter als länger halbkonsequent“, erklärte der CSU-Chef.
Am Abend hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, die Maßnahmen bis 10. Januar zu verlängern. „Im Grundsatz bleibt der Zustand, wie er jetzt ist“, sagte Merkel. Deutschland sei noch „sehr weit entfernt“ von Zielwerten. Der seit November geltende Teil-Lockdown mit Schließungen etwa von Gastronomiebetrieben war in der vergangenen Woche bis kurz vor Weihnachten verlängert worden. Im Beschlusspapier hieß es, Bund und Länder gingen davon aus, dass wegen des hohen Infektionsgeschehens umfassende Beschränkungen bis Anfang Januar erforderlich sein werden.