WIE ICH ES SEHE

Voller Zuversicht gehen wir in dieses neue Jahr

von Redaktion

Wird es von nun an nur gute Nachrichten in den Zeitungen zu lesen geben? Ganz gewiss nicht. Immer waren doch Freude und Sorge gemischt zu allen Zeiten. So wie 2020 durch die Pandemie ein Ausnahmejahr war, wird aber 2021 ein Jahr, das allen Menschen neuen Auftrieb geben wird. Denn nicht nur können wir 2021 aus dem Katastrophen-Modus heraustreten, der das vergangene Jahr geprägt hatte. Der Zwang, in dieser Not zu handeln, hat nämlich zu sensationellen dauernden Fortschritten in der Medizin geführt. Zunächst gibt es jetzt Impfstoffe gegen das Coronavirus, die zu 95 % erfolgreich und dabei für den Geimpften völlig unschädlich sind.

Durch die Impfung wird unser Immunsystem nach aller Wahrscheinlichkeit dahin gebracht, nicht nur den bekannten Virus Covid-19, sondern auch dessen Variationen abzuwehren, wie sie in England aufgetreten sind. Es würde jedenfalls eine erstaunliche Kombination von verschiedenen Mutationen erfordern, die durch die Impfungen geschaffene Immunabwehr zu durchdringen. Bisher gibt es keinerlei Anzeichen für eine solche Entwicklung.

Die nun möglichen Impfungen vorzunehmen, sobald es geht, ist daher die wichtigste Aufgabe in diesem neuen Jahr. Denn ganz befreit werden wir von dem Virus erst dann, wenn die meisten von uns geimpft sind. Das wird kommen, trotz aller Klagen über einen zu schleppenden Beginn. Ja, wir bewegen uns auf neuem Gelände. Da müssen wir manche Anfangspanne im milden Licht sehen. Vielleicht lernt ja die Politik aus den Fehlern beim Einkauf der Impfstoffe, dass sie auch auf allen anderen Gebieten einfach nicht das Herrschaftswissen haben kann, in die Zukunft zu schauen.

Die Entwicklung der sensationellen mRNA Impftechnik bis zur Einsatzreife aber ist das eigentliche Wunder dieses Jahres. Der Pandemie verdanken wir, dass wir heute schon in der Lage sind, den Zellen unseres Körpers den Befehl zur Produktion eines Proteins zu geben, dessen Rezept die Impfung gleich mitliefert. Das ist ein Quantensprung der Biotechnik. Diese Möglichkeit, mit einer ungefährlichen Genkopie das Geschehen in den Zellen gezielt zu kontrollieren, eröffnet sensationelle Möglichkeiten. Die betreffen nicht nur die Abwehr verschiedenster Viren. Auch die Krebsmedizin kann künftig gezielt in jede einzelne Zelle hinein wirken. Wir erleben einen Durchbruch der Molekularmedizin, weit über die Bekämpfung des Coronavirus hinaus.

Das letzte Jahr mit den Kontaktbeschränkungen, die wir zunächst noch beibehalten müssen, hat dazu einen Durchbruch in der Anwendung unserer Digitaltechniken gebracht. Dadurch können und werden wir noch ressourcenschonender leben, als wir es sowieso schon tun, durch den ungeheuren Fortschritt aller Techniken. Die Möglichkeit, mit Programmen wie der Zoom-Technik aus der Ferne miteinander zu kommunizieren, hat schon jetzt viele Geschäftsreisen unnötig gemacht. So treibt das, was wir erleben, überall Entwicklungen voran.

Die Dichterin Marie Luise Kaschnitz hat die richtigen Worte gefunden für den Beginn eines solchen Jahres: „Wind will wehen, Rosen wollen blühen. Mit der Hoffnung heiligem Bemühen wecken wir den Strom der Zuversicht.“

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VON DIRK IPPEN

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