Hohes Ziel für Herden-Immunität

von Redaktion

Bundesregierung hebt Hürde an: Nun bis zu 80 Prozent nötig

Berlin – Die Bundesregierung korrigiert die Zielmarke bei der Herdenimmunität nach oben. Nicht nur 60 Prozent, wie es in früheren Verlautbarungen hieß, sondern 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung müssten gegen das Virus immun sein, damit bei Covid-19 „eine Herdenimmunität vorliegt“, so die Antwort des Gesundheitsministeriums von Jens Spahn (CDU) auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Wieland Schinnenburg.

Die Zahl hat entscheidenden Anteil bei der Frage, ab wann eine weitgehende Rückkehr zur Normalität möglich sein wird. Laut einer Allensbach-Umfrage ist die Bereitschaft der Deutschen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, zuletzt zwar von 52 auf 63 Prozent gestiegen – aber die angestrebte Herdenimmunität wäre damit längst nicht erreicht, zumal Kinder unter 18 bzw. 16 mit den bisher zugelassenen Impfstoffen nicht geimpft werden können. Am Abend sprach Spahn erstmals von der Möglichkeit, sich in einigen Monaten bei der Impfung für ein konkretes Mittel entscheiden zu können.

Sorgen machen den Virologen Erfahrungen aus Brasilien: Eine Studie mit Blutspendern hatte darauf hingedeutet, dass sich während der ersten Corona-Welle bereits 76 Prozent der Bewohner von Manaus mit Sars-CoV-2 infiziert hatten – nach früheren Berechnungen hätte damit Herdenimmunität erreicht sein müssen. Trotzdem erlebt die Stadt derzeit eine heftige zweite Welle mit vielen erneut Infizierten und Toten.

Auch in den USA hatte Regierungsberater Anthony Fauci den vermuteten notwendigen Durchimpfungsgrad von 60 auf bis zu 85 Prozent angehoben. Der Grund sind unter anderem die deutlich ansteckenderen Mutationen. KLAUS RIMPEL

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