Moskau – Russische Geheimdienstmitarbeiter haben offenbar nicht nur auf den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny einen Giftanschlag ausgeführt. Wie der „Spiegel“ berichtet, wurde auch der Oppositionspolitiker Wladimir Kara-Mursa Opfer gleich zweier Anschläge, die er knapp überlebte. Sowohl im Mai 2015 als auch im Februar 2017 erlitt er zwei Zusammenbrüche mit multiplem Organversagen. In dringendem Tatverdacht stehen Angehörige des russischen Geheimdienstes FSB.
Der Journalist und Politiker Kara-Mursa ist vehementer Kritiker von Präsident Wladimir Putin. Er war ein Vertrauter des 2015 erschossenen Oppositionellen Boris Nemzow. Seit 2014 arbeitete er für die „Open Russia Foundation“ des Ex-Oligarchen und heutigen Kremlkritikers Michail Chodorkowski. Er spielte laut „Spiegel“ eine wichtige Rolle bei der Schaffung des Magnitsky-Acts, einem US-Gesetz, wonach Washington die Vermögen von Regierungsmitarbeitern anderer Staaten beschlagnahmen darf, wenn diese in Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen stehen. Ähnliche Gesetze gibt es heute in vielen Staaten, auch in Deutschland.