Berlin – Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat mit seinen skeptischen Äußerungen zum Neubau von Einfamilienhäusern Kritik hervorgerufen. „Anton Hofreiter zeigt wieder einmal exemplarisch für die Grünen deren gestörtes Verhältnis zum Eigentum und der Lebensrealität im ländlichen Raum“, sagte der thüringische CDU-Landesvorsitzende Christian Hirte der „Bild“. „Die Grünen wollen den Menschen den Traum vom Eigenheim madig machen“, kritisierte der baupolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Daniel Föst.
Der Präsident des Eigentümerverbands Haus & Grund, Kai Warnecke, sprach von „reiner Ideologie“. Die Grünen wollten, „dass alle Bürger gleich wohnen“, sagte er. Ein Verbot des Neubaus von Einfamilienhäusern helfe dem Umweltschutz nicht.
Hofreiter hatte sich zuvor skeptisch über den Neubau von Einfamilienhäusern geäußert. „Einparteienhäuser verbrauchen viel Fläche, viele Baustoffe, viel Energie, sie sorgen für Zersiedelung und damit auch für noch mehr Verkehr“, sagte Hofreiter dem „Spiegel“. Um zu verhindern, dass neue Baugebiete in ländlichen Regionen vor allem an Ortsrändern entstehen, forderte er mehr Rechte für Kommunen.
Die Grünen haben am Wochenende Vorwürfe zurückgewiesen, sie wollten den Neubau von Einfamilienhäuser in bestimmten Gegenden verbieten. „Die Behauptungen sind falsch“, sagte ein Fraktionssprecher. „Die eigenen vier Wände sind für viele Menschen wichtig – dazu gehört auch das Einfamilienhaus. Das wird es auch in Zukunft geben – so wie Reihenhäuser, Mehrfamilienhäuser, Mietshäuser.“ Hofreiters Aussagen im „Spiegel“-Interview seien überspitzt wiedergegeben worden. » KOMMENTAR