Rom – Italiens Botschafter in der Demokratischen Republik Kongo ist bei einem bewaffneten Angriff getötet worden. Nach Angaben der Regierung in Rom wurde der Botschafter Luca Attanasio bei einem Überfall auf einen UN-Konvoi im Osten des Landes erschossen. Getötet wurden auch ein italienischer Militärpolizist und ein Fahrer.
Ein ranghoher Diplomat in Kinshasa sagte, der Botschafter sei mit dem Welternährungsprogramm unterwegs gewesen. Der Konvoi sei nördlich von Goma, der Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu, unter Beschuss geraten. Attanasio sei angeschossen worden und in einem Krankenhaus in Goma gestorben. Das Welternährungsprogramm, das seinen Sitz in Rom hat, erklärte, der Konvoi habe ein Schulmahlzeitenprogramm in der Stadt Rutshuru besuchen wollen. Der Angriff habe sich auf einer Straße ereignet, die für Fahrten ohne Begleitschutz freigegeben gewesen sei.
Attanasio war 43 Jahre alt und nach Angaben des italienischen Außenministeriums seit 2017 Botschafter in Kinshasa. Er war seit 2003 bereits in der Schweiz, in Marokko und Nigeria im Einsatz. Italiens Präsident Mattarella verurteilte den „feigen Angriff“.
Die Demokratische Republik Kongo hat mit zahlreichen Konflikten zu kämpfen, vor allem im Osten des riesigen zentralafrikanischen Landes. In Nord-Kivu und den drei anderen östlichen Provinzen bekämpfen sich dutzende Milizen, dabei geht es unter anderem um die Kontrolle über Bodenschätze. Allein im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Uno mehr als 2000 Zivilisten bei den Kämpfen getötet.