Berlin – Mit Appellen für mehr Selbstbewusstsein und Geschlossenheit in ihrer Partei haben die neuen Parteichefinnen der Linken, Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow, ihre Arbeit aufgenommen. Die hessische Landtagsfraktionschefin der Linken und die thüringische Landesvorsitzende wurden bei einem Online-Parteitag zum neuen Führungsduo der Linken gewählt. Die Wahl muss noch per Briefwahl bestätigt werden.
Beim Parteitag wurde aber auch klar: Bei der wichtigen Frage, ob und unter welchen Bedingungen sich die Linke an einer Bundesregierung beteiligen würde, ist sie weiterhin gespalten.
Wissler und Hennig-Wellsow lösten die bisherigen Chefs Katja Kipping und Bernd Riexinger ab. Auffällig war zunächst: Es blieb bei dem Parteitag für linke Verhältnisse erstaunlich friedlich, was sicher auch am Online-Format lag – ohne Publikum vor Ort haben es aufwallende Emotionen schwerer. Die Wahl der neuen Chefinnen fiel eindeutig aus, es gab auch keine aussichtsreichen Gegenkandidaten. Dennoch wurde klar, unter der Oberfläche brodeln weiterhin Konflikte. Hennig-Wellsow warb für ein Bekenntnis ihrer Partei, auch im Bund Regierungsverantwortung übernehmen zu wollen: „Lasst uns nicht mehr warten!“ Sie werbe dafür, CDU und CSU aus der Bundesregierung zu „vertreiben“. dpa