Sorge: Viele Migranten unter Covid-Patienten

von Redaktion

Berlin – Macht sich das Coronavirus auch kulturelle und soziale Unterschiede zur Verbreitung in Deutschland zunutze? Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Professor Lothar Wieler, und zahlreiche Klinik-Ärzte machen sich große Sorgen über den hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund auf den Covid-19-Stationen der Krankenhäuser. Ein Grund: Feiern von Großfamilien entwickeln sich immer öfter zu Hotspots, an denen sich das Virus verbreiten kann, weil zu wenig auf Abstand und Maskenpflicht geachtet wird. Auch soziale Ursachen wie das Zusammenleben in engen Wohnungen oder Sprachbarrieren werden als Ursache vermutet. Auf Schweizer Intensivstationen hätten 70 Prozent der Schwerkranken einen Migrationshintergrund, in Österreich seien es rund 60 Prozent, berichtet „Focus“. Auch in Deutschland seien die hohen Ansteckungszahlen unter Migranten erschreckend. In einer Telefon-Konferenz habe Wieler im Gespräch mit Chefärzten erklärt: „Das ist ein echtes Problem“. Konkrete Zahlen gibt es zwar nicht, weil Statistiken diesen Aspekt nicht erfassen, aber die Lage in den Kliniken sei eindeutig, hieß es.

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