In Corona-Zeiten scheinen für den Fußball mal wieder eigene Regeln zu gelten: Die Profis fliegen rund um den Erdball, spucken beherzt auf den Boden und umarmen sich nach Toren. Doch die leeren Stadien sind ein Indiz, dass auch die effektivste Gelddruckmaschine ins Stottern kommen könnte. Selbst große Vereine kämpfen mit Finanzproblemen – auch wenn sie sich beim Wettbieten beispielsweise um David Alaba der Realität verweigern.
Wie lange geht das gut? Der Megadeal, mit dem die Telekom 2019 den Rechtepoker um die EM 2024 für sich entschied, stammt aus einer anderen Zeit. Immer noch mehr Geld, immer neue Anbieter – bis selbst der größte Fan kaum noch weiß, wo welches Spiel läuft. Die Champions League verschwand komplett bei Sky und DAZN hinter der Bezahlschranke. Kurzfristig ließ sich so noch mehr Geld machen, doch dauerhaft bleibt für Sponsoren nur das attraktiv, was möglichst viele anschauen.
Noch wächst der Flickenteppich. So erfreulich es ist, dass mit dem jetzigen Deal auch ARD, ZDF und RTL die Spiele der Heim-EM 2024 zeigen, so bedauerlich ist es, wenn 26 Begegnungen der EM 2020 und der Katar-WM 2022 bei „Magenta“ landen. Wobei: Die Masse verkraftet inzwischen, wenn Ägypten gegen Japan ohne sie stattfindet.
Mike.Schier@ovb.net