Hinweise aus Liechtenstein

von Redaktion

Premier bestätigt Rolle seiner Finanzbehörden im Fall Nüßlein

Vaduz/München – In der Maskenaffäre um den Ex-CSU-Politiker Georg Nüßlein bestätigt der Liechtensteiner Regierungschef Adrian Hasler die Rolle seines Landes bei den bisherigen Ermittlungen. Die Enthüllung sei ein Musterfall für die Erneuerung des lange Zeit als Steueroase umstrittenen Finanzplatzes. Das sagte Hasler dem ARD-Magazin „Report München“. Mehrere Medien hatten in der vergangenen Woche berichtet, dass die entscheidenden Hinweise den deutschen Ermittlern von der Liechtensteiner Staatsanwaltschaft übermittelt worden waren.

In der Affäre um den Bundestagsabgeordneten Nüßlein sollen verschiedene Firmen in Liechtenstein eine Rolle gespielt haben. Hasler lobte gegenüber „Report München“ die Arbeit seiner Finanzbehörden. Deren Mitteilungen über verdächtige Kontoflüsse hatten offenbar die Ermittlungen der Münchner Generalstaatsanwaltschaft in Gang gesetzt. Nüßlein, bis zur Maskenaffäre Unionsfraktions-Vize, soll für die Vermittlung von Masken 660 000 Euro kassiert haben. Er soll Angebote an mehrere Ministerien geleitet haben. Die Provision dafür soll an eine Firma geflossen sein, deren Geschäftsführer er ist.

Beteiligt sollen auch Weggefährten Nüßleins aus Zeiten bei der Jungen Union gewesen sein. Laut „Report München“ ist einer der Beschuldigten in dem Ermittlungsverfahren ein ehemaliger Kreisvorsitzender der JU, der später ein Beraterunternehmen gründete. Der Mann war in 1990er Jahren Vorsitzender der CSU-Nachwuchsorganisation in einem schwäbischen Landkreis, Nüßlein war damals JU-Chef in einem benachbarten Kreisverband.

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