Expertenregierung für Bulgarien?

von Redaktion

Schwieriges Wahlergebnis – Borissow bietet „Frieden“ an

Sofia – Die bürgerliche Partei von Bulgariens Ministerpräsident Boiko Borissow bleibt nach den Wahlen in dem Land stärkste politische Kraft, steht aber vor komplizierten Verhandlungen für ein neues Regierungsbündnis. Seine GERB erhielt laut amtlichem Zwischenergebnis von Montag gut 25 Prozent der Stimmen. Daneben dürften fünf andere Parteien und Bewegungen, darunter drei Protestparteien, ins Parlament einziehen.

Borissow bot ihnen die Bildung einer gemeinsamen Expertenregierung an. „Ich schlage euch Frieden vor – lasst uns Experten einsetzen und bis Dezember die Verantwortung übernehmen, die (Corona-)Pandemie zu bewältigen, damit es wieder aufwärts geht“, sagte Borissow. Er erläuterte nicht näher, welche Experten berufen werden könnten.

Der 61-Jährige regiert das ärmste EU-Land mit einer Unterbrechung seit 2009. Anhänger der Sozialisten und der Protestparteien forderten letzten Sommer seinen Rücktritt wegen „korrupter Amtsführung und Verbindungen zu Oligarchen“. Sein Koalitionspartner, die nationalistische WMRO, scheitert an der Vier-Prozent-Hürde.

Die Protestpartei „Es gibt so ein Volk“ (ITN) von TV-Moderator und Kabarettist Slawi Trifonow wurde mit rund 19 Prozent überraschend zweitstärkste Partei. Trifonow gehört zu den prominentesten Corona-Leugnern. Die aus den früheren Kommunisten hervorgegangenen Sozialisten dürften mit knapp 15 Prozent auf Platz drei landen.

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