München – Die Affäre um den CSU-Landtagsabgeordneten Alfred Sauter zieht immer weitere Kreise. Der schwäbische Parlamentarier hat auch bei der Zulassung von Schnelltests mit einer Doppelfunktion als Politiker und Anwalt hunderttausende Euro eingenommen – laut einer „SZ“-Recherche sind es genau 300 000. Sauter soll einen Hersteller von Tests beratend vertreten haben, der Ende 2020 um eine schnelle Zulassung kämpfte. Demnach schaltete sich Sauter mit einer E-Mail an den Büroleiter von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein, dies mit Signatur als Parlamentarier.
Söder soll in der Sache nichts unternommen haben, so weit bisher bekannt. Teil der Ermittlungen der Justiz gegen Sauter in der Maskenaffäre ist das – vorerst – nicht. CSU-Politiker äußerten sich am Wochenende jedoch erbost über den erneuten Fall, der zumindest nach moralischen Maßstäben Fragen aufwirft – nach den geplanten neuen Richtlinien für Abgeordnete wäre er untragbar. Eine Rückkehr von Sauter in die CSU-Fraktion – seine Mitgliedschaft dort lässt der Abgeordnete nur „ruhen“ – gilt inzwischen als undenkbar. Die Opposition will den Vorgang nun mit weiteren parlamentarischen Anfragen beleuchten.