Jetzt kommt sie also, die Testpflicht an den Schulen. Gut so. Sie schadet niemanden – und nützt allen. Den Schülern, den Lehrern und Familien vor allem. Appelle an die Vernunft oder Tests zu Hause, die keiner nachvollziehen kann, helfen nicht weiter. Die Testpflicht bringt wieder ein Stück Sicherheit in den Schulalltag zurück.
Wer sich nicht testen lässt, darf nicht am Schulunterricht teilnehmen: Das ist eine klare, einfache Botschaft. Dennoch ist die Umsetzung alles andere als trivial: Was passiert mit Schülern, die positiv getestet werden? Wer fängt sie nach dem ersten Schrecken auf, wie werden sie vor einer Stigmatisierung durch die Klassenkameraden geschützt, wie werden sie später wieder integriert? Da kommen in den nächsten Tagen und Wochen noch weitere schwere Aufgaben auf die Schulen zu.
Und dann sind da noch die notorischen Test-Verweigerer. Darf man sie einfach aus dem Schulbetrieb entfernen? Selbstverständlich. Wer nicht dazu bereit ist, die Gemeinschaft zu schützen, muss die Gemeinschaft eben verlassen. Für Egoisten ist in der Klasse kein Stuhl frei. Übrigens: Ganz Schlaue haben schon bemerkt, dass man bei einer Verweigerung des Schnelltests der Mathe-Prüfung elegant entkommen kann. Damit schadet man sich zum Glück nur selbst. Es ist zu verkraften.
Bernd.Ernemann@ovb.net