CDU-Schwergewicht für Laschet

Kanzlermacher Merz?

von Redaktion

GEORG ANASTASIADIS

Friedrich Merz kann nicht mehr Kanzler werden – aber Kanzlermacher. Seine Parteinahme für Armin Laschet im Kandidaturstreit der Union hat Gewicht, weil sie signalisiert, dass auch der konservative CDU-Flügel hinter dem bedrängten Parteichef steht. Und sie hat bestimmt auch einen Preis: Beim Neuaufbruch nach dem Ende der Ära Merkel will der Sauerländer mit dabei sein.

So zieht die Union in bizarrer Schlachtordnung in die Tage der Entscheidung um die Nachfolge der Kanzlerin: Deren Gegner sammeln sich ausgerechnet hinter Laschet, der 15 Jahre lang als „Muttis“ bedingungslosester Gefolgsmann galt und nun kritisiert, das Land sei unter ihr träge und bequem geworden. Umgekehrt gelobt just CSU-Chef Söder, Merkels Politik fortsetzen zu wollen. Das ist verwirrend und stürzt viele Unions-Anhänger in schwere Qualen.

„Team Neuaufbruch“ gegen „Team weiter so“ – das ist eine Zuschreibung, die dem Bayern nicht gefallen dürfte und ihm gewiss auch nicht gerecht wird. Doch er steckt in der Klemme: Stoiber konnte 2002 Merkel die Kanzlerkandidatur dank der Unterstützung wichtiger CDU-Granden entreißen – Söder kann das heute nicht, im Gegenteil: Seine Angriffe auf Laschet schweißen die CDU nur noch enger zusammen; die erhoffte Absetzbewegung der CDU-Größen von ihrem Chef ist ausgeblieben. Ihm bleibt daher nur, auf Merkels Bataillone zu setzen und auf seine Popularität im Wahlvolk. Ob das am Ende reicht, um eine entscheidende Abstimmung in der Bundestagsfraktion zu erzwingen, wo viele Abgeordnete wegen schlechter Umfragen um ihre Mandate bangen, ist ungewiss.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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