Einigung zur Agrarförderung

Weg von der Gießkanne

von Redaktion

DOMINIK GÖTTLER

Beinahe wären die deutschen Agrarminister daran gescheitert, bei der nationalen Gestaltung der EU-Agrarpolitik auf einen grünen Zweig zu kommen. Doch nun steht die Einigung. Das Positive: Zumindest ein Stück weit soll sich die Agrarförderung von dem viel kritisierten Gießkannenprinzip lösen, mit dem die Milliarden aus Brüssel bislang verteilt wurden. Dass nun mehr Geld an die mittleren und kleineren Betriebe fließt, ist für Bayern mit seiner kleineren Struktur ein gutes Signal. Zudem sind künftig mehr Subventionen an Umweltleistungen gekoppelt. Auch das war notwendig, weil ein immer größerer Teil der Bevölkerung nicht mehr einverstanden damit war, wie ihr Steuergeld verteilt wurde.

Wie genau die neuen Öko-Regeln aussehen sollen, ist allerdings noch offen. Hier muss die Politik ihr Versprechen einhalten, die Agrarförderung unbürokratischer zu gestalten. Dass viele Bauern mehr Zeit im Büro als auf dem Acker verbringen, sorgt für massiven Frust. Zudem muss sichergestellt sein, dass Landwirte, die schon jetzt in Umweltschutzprogrammen aktiv sind, mit den neuen Regeln nicht bestraft werden. Am Ende sollte die EU-Agrarpolitik den Landwirten ermöglichen, mit einem fairen Verdienst von ihrer Arbeit leben zu können – ohne dafür Böden oder Tiere ausbeuten zu müssen.

Dominik.Goettler@movb.net

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