Später in Rente wegen Corona

Länger arbeiten! Wieder einmal…

von Redaktion

KLAUS RIMPEL

Am liebsten würde man es noch verdrängen, sind wir Bürger derzeit doch genug belastet mit den aktuellen Corona-Sorgen – Angst vor Ansteckung, Sorge um den Arbeitsplatz, Lockdown-Frust … Doch angesichts der Summen, die der Staat im Kampf gegen die Pandemie ausgibt, ist klar, dass Corona uns am Ende auch noch die wirtschaftliche Rechnung präsentieren wird – mit dramatischen Folgen für unsere Staats- und Sozialkassen. Insofern ist es ehrlich und notwendig, wenn die führenden Wirtschaftsinstitute in ihrer Frühjahrsprognose auf diese Pandemie-Spätfolge aufmerksam machen.

Doch das Rezept, das sie für die Corona-Kur präsentieren, klingt nach einem ziemlich abgestandenen Energy-Drink für die Wirtschaft: Später in Rente – wieder einmal. Wirtschaftsforscher Oliver Holtemöller nennt die schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters „die eleganteste Lösung“ – ganz so, als wären wir nicht noch mitten drin auf dem Weg zur Rente mit 67. Jetzt also die Rente mit 70? Im Ergebnis würde das nur bedeuten, dass viele weiter mit Mitte 60, aber mit noch höheren Abschlägen in Rente gehen. Die „elegante Lösung“ ist also nichts anderes als eine verkappte Rentenkürzung. Die Folge: Immer mehr Senioren, die sich die steigenden Lebenshaltungskosten und Mieten nicht mehr leisten können und auf Grundsicherung angewiesen sind.

Klaus.Rimpel@ovb.net

Artikel 1 von 11