CSU und Freie Wähler

Bayerischer Basar

von Redaktion

MIKE SCHIER

Es ging aus, wie so oft: Vor der gestrigen Kabinettssitzung legten sich die Freien Wähler inklusive Kultusminister mächtig für Schul-Öffnungen ins Zeug – am Ende blieben die Schulen über einer Inzidenz von 100 zu, dafür dürfen Gartencenter und Buchläden aufsperren. Das eine hat zwar nichts mit dem anderen zu tun. Aber in dieser lustigen Bayern-Koalition, die munter weiter regiert, obwohl CSU und Freie Wähler im zentralen Thema dieser Legislaturperiode fundamental unterschiedliche Ansätze vertreten, läuft das eben so. Bayerischer Basar. Und am Ende fällt die Entscheidung einstimmig.

Zur Erinnerung: Am 4. März hatte man die Buchläden als systemrelevant eingestuft, am 7. April mussten sie dann (wegen der Klage eines Schuhgeschäfts!) wieder schließen. Zwei Wochen später dürfen sie nun wieder aufsperren. Die ohne Zweifel schwierige Bekämpfung der Pandemie hat sich in Teilbereichen völlig verzettelt.

Gott sei Dank befinden wir uns in Sachen Lockdown – um Söder zu zitieren – am Beginn der langen Zielgerade. Umso wichtiger ist es, beim Impf-Schlussspurt alle Reserven zu mobilisieren. Warum dauerte es wochenlang, bis endlich „Modellbetriebe“ gefunden wurden. Warum bekommen Privatärzte keinen Impfstoff? Mehr Tempo, will man der Staatsregierung zurufen. Derzeit liegt Bayern in der Impfrangliste nur auf Platz 5 – hinter Bremen und Armin Laschets NRW. Wenn das kein Ansporn ist!

Mike.Schier@ovb.net

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