Amsterdam – Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat die ersten Verfahrensschritte für die mögliche Zulassung eines chinesischen Corona-Impfstoffes eingeleitet. Für das Vakzin des Herstellers Sinovac habe ein sogenanntes rollierendes Verfahren begonnen, teilte die Behörde in Amsterdam mit. Mit dieser vorgezogenen Prüfung erster Studiendaten soll eine spätere Zulassungsprüfung beschleunigt werden.
Geprüft werden dabei im Fall von Sinovac zunächst vorläufige Ergebnisse aus Labor-Studien. „Diese Studien legen nahe, dass der Impfstoff die Produktion von Antikörpern auslöst, die sich gegen Sars-CoV-2 richten“, hieß es in der Mitteilung der EMA. Das Sinovac-Vakzin enthält inaktiviertes Virus, um eine Immunreaktion gegen Sars-CoV-2 auzulösen. Außerdem enthält das Präparat ein Mittel, das die Immunantwort verstärken soll. In China hatte das Vakzin im Februar die Zulassung erhalten. Mittlerweile kommt es in mehr als 20 Ländern, etwa in Asien, Afrika und Lateinamerika, zum Einsatz.
Bislang haben nur Corona-Impfstoffe westlicher Hersteller eine EU-Zulassung. Das EU-Land Ungarn setzt zudem das Vakzin des chinesischen Herstellers Sinopharm sowie den russischen Impfstoff Sputnik V ein. afp